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Champagnergläser stoßen vor goldenem Bokeh-Licht an

Was ist Crémant? Herkunft, Herstellung und Unterschiede

Crémant ist Schaumwein mit kontrollierter Herkunft, der außerhalb der Champagne nach klassischer Flaschengärung (méthode traditionnelle) hergestellt wird. Erfahren Sie, wie er hergestellt wird und worauf Sie beim Kauf achten müssen.

Kurz gesagt

Crémant ist die geschützte Bezeichnung für Schaumwein mit kontrollierter Herkunft, der außerhalb der Champagne nach der klassischen Flaschengärung (méthode traditionnelle) hergestellt wird. Die Trauben werden von Hand gelesen und schonend als Ganztrauben gepresst. Beim Kauf hilft der Blick auf das Etikett: Nur „traditionelle Flaschengärung“ bedeutet Gärung und Reifung in genau der Flasche, die man kauft.

  • Mindestens neun Monate Reifezeit auf der Hefe
  • Herstellung nach klassischer Flaschengärung (méthode traditionnelle)
  • Verpflichtende Geschmacksprüfung

Unsere Crémant-Empfehlungen

Monochrome Parigot & Richard Crémant de Bourgogne Rosé Brut
Monochrome Parigot & Richard Crémant de Bourgogne Rosé Brut

Inhalt: 0.75 Liter (22,60 € / 1 Liter)

Regulärer Preis: Ab 16,95 €
PARIGOT & RICHARD Crémant Bougogne Prophete Pinot Noir 2023
PARIGOT & RICHARD Crémant Bougogne Prophete Pinot Noir 2023

Inhalt: 0.75 Liter (28,60 € / 1 Liter)

Regulärer Preis: 21,45 €
Tipp
Origines Crémant de Bourgogne Blanc PARIGOT & RICHARD Brut
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Inhalt: 0.75 Liter (21,93 € / 1 Liter)

Regulärer Preis: Ab 16,45 €

Die strengen Regeln der Herstellung

Seit dem 1. September 1994 ist der Begriff EU-weit geschützt. Crémant bezeichnet Schaumweine mit kontrollierter Herkunft, die außerhalb der Champagne durch klassische Flaschengärung entstehen. Die Lese der Trauben muss zwingend von Hand erfolgen. Bei der Kelterung ist die schonende Ganztraubenpressung gesetzlich vorgeschrieben. Die Ausbeute an Saft ist für die Erzeuger streng limitiert. Aus 150 Kilogramm Trauben dürfen maximal 100 Liter Most gewonnen werden. Der Schwefeldioxid-Gehalt darf 150 Milligramm pro Liter nicht überschreiten. Die Weine liegen nach der Gärung mindestens neun Monate auf der Hefe. Am Ende des Prozesses steht eine verpflichtende Geschmacksprüfung an. Früher bezeichnete der Begriff in der Champagne einen Schaumwein mit nur 3,5 bar Überdruck statt der üblichen 6 bar. Das ergab im Glas ein feineres und weniger aggressives Mousseux. Die Champagne gab die Bezeichnung jedoch am 4. Juli 1975 auf. Der Begriff „méthode champenoise“ ist seit 1994 exklusiv der Champagne vorbehalten. Andere Erzeuger nutzen stattdessen die Begriffe „méthode traditionnelle“ oder „traditionelle Flaschengärung“.

Weine vom Importeur Importweine

Woher Crémant stammt

In Frankreich gibt es genau acht zugelassene Regionen für diesen Schaumwein:

  • Crémant d’Alsace (Elsass)
  • Crémant de Bordeaux
  • Crémant de Bourgogne (Burgund)
  • Crémant de Die (Rhône)
  • Crémant du Jura
  • Crémant de Limoux (Languedoc)
  • Crémant de Loire
  • Crémant de Savoie

Seit 1991 gibt es den Crémant de Luxembourg als erste Appellation außerhalb Frankreichs. In Deutschland ist der Begriff seit 2009 für heimischen Schaumwein geregelt.

Fokus: Crémant de Bourgogne

Das Burgund erhielt den AOC-Status für seinen Schaumwein am 17. Oktober 1975. Der Vorgänger dieses Weins trug den Namen Bourgogne Mousseux. Die Winzer keltern die Weine aus Pinot Noir, Pinot Gris, Pinot Blanc oder Chardonnay. Auch Rebsorten wie Gamay, Aligoté, Melon de Bourgogne oder Sacy sind zugelassen. Die gelesenen Trauben müssen ausnahmslos aus der Region Burgund stammen. Die zweite Gärung des Weins findet direkt in der Flasche statt. Danach liegen die Flaschen verschlossen und waagerecht, was man in Frankreich „sur lattes“ nennt. Dieser Kontakt mit der Hefe dauert gesetzlich vorgeschrieben mindestens neun Monate. Das aktuelle Pflichtenheft regelt den Ertrag der Winzer sehr streng. Er liegt je nach Reihenabstand der Reben bei maximal 60 bis 78 Hektolitern pro Hektar. Die absolute Obergrenze per Erlass beträgt 90 Hektoliter pro Hektar. Der Most muss zudem mindestens 137 Gramm Zucker pro Liter aufweisen. Die zweite Gärung, die sogenannte „prise de mousse“, dauert drei bis vier Wochen. Während der anschließenden Reifung werden die Flaschen regelmäßig analysiert und verkostet. Die Produktionsmenge lag im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021 bei 166.335 Hektolitern pro Jahr. Das entspricht einer Menge von etwa 22 Millionen Flaschen.

Der direkte Vergleich: Crémant, Sekt und Champagner

KriteriumCrémant (Frankreich)Sekt (Deutschland)Champagner
Herkunft8 definierte RegionenDeutschland oder ÖsterreichChampagne
VerfahrenTraditionelle FlaschengärungMeist TankgärungTraditionelle Flaschengärung
Mindestzeit auf der Hefe9 Monate6 Monate Tank, 9 Monate Flasche12 Monate

Über 90 Prozent der in Deutschland verkauften Sekte gären im großen Drucktank. Steht kein Verfahren auf dem Etikett, handelt es sich in der Regel um solche Tankgärung. Der Begriff „Flaschengärung“ bedeutet nicht zwingend, dass der Wein in der Verkaufsflasche gärte. Das sogenannte Transvasierverfahren erlaubt das Entleeren und Filtern vor der Neuabfüllung. Nur der Zusatz „traditionelle Flaschengärung“ garantiert die Gärung und Reifung in genau der Flasche, die Sie kaufen. In Deutschland konsumiert man traditionell große Mengen an Schaumwein. Das Land gilt als größter Schaumweinmarkt der Welt; im Jahr 2009 wurden rund 423 Millionen Flaschen getrunken. Winzersekt ist eine spezielle Kategorie für Sekt, den ein Weingut aus eigenen Trauben erzeugt. Seit den 1970er-Jahren dürfen Winzer selbst versekten, zuvor gab es ein staatliches Kellerei-Monopol. Wein, dem Kohlensäure lediglich zugesetzt wird, darf in Deutschland nicht Sekt heißen, sondern nennt sich Perlwein. Nach der traditionellen Flaschengärung liegt der Druck bei Sekt bei 4 bis 4,5 bar. Unabhängig vom Herstellungsverfahren fällt in Deutschland immer die Sektsteuer an. Sie beträgt 1,02 Euro pro Flasche und wurde 1902 unter Kaiser Wilhelm II. eingeführt. Diese Abgabe gilt für alle Schaumweine, also auch für importierte Ware aus dem Burgund.

Das Etikett richtig lesen

Die Süßegrade sind in der EU-Verordnung 2019/33 einheitlich für alle Erzeuger geregelt. Die Kategorie Brut Nature enthält 0 bis 3 Gramm Restzucker pro Liter. Die Stufe Extra Brut liegt gesetzlich bei 0 bis 6 Gramm. Die Bezeichnung Brut steht für einen Restzucker von weniger als 12 Gramm. Ein Blanc de Blancs wird ausschließlich aus weißen Trauben gekeltert. Der Blanc de Noirs entsteht aus roten Trauben, die man weiß keltert. Trägt die Flasche den Aufdruck Millésimé, stammen die Grundweine aus einem einzigen Jahrgang. Ein Rosé muss zwingend mindestens einen roten Grundwein in der Cuvée enthalten. Beim Parigot & Richard „Monochrome“ Crémant de Bourgogne Rosé Brut ist das zu 100 Prozent Pinot Noir.

Beispiel aus der Praxis: Parigot & Richard

Das Haus in Savigny-lès-Beaune macht ausschließlich Schaumwein. Émile Parigot gründete den landwirtschaftlichen Betrieb im Jahr 1907. Er war im Dorf unter dem Namen „Champagnisateur“ bekannt. Später kam die Familie Richard zum Unternehmen dazu. Heute führt Grégory Georger das Unternehmen in der fünften Generation. Die Trauben stammen aus einem Umkreis von rund 20 Kilometern um das Weingut, aus Côte de Nuits, Côte de Beaune und Hautes Côtes de Beaune, auf Lehm-Kalk-Böden. Jede Rebsorte wird im Keller separat vergoren und erst später zur Cuvée verschnitten. Die Flaschen werden vor dem Degorgieren von Hand in den Rüttelpulten gerüttelt. Sie liegen mindestens 18 Monate auf der Hefe, manche Cuvées reifen deutlich länger. Der Parigot & Richard „Prophète“ Crémant de Bourgogne Pinot Noir 2023 reift mindestens 42 Monate. Der Parigot & Richard „Origines“ Crémant de Bourgogne Blanc Brut bringt es auf 36 Monate.

Worauf wir beim Einkauf achten

Wir prüfen das Etikett genau auf das Herstellungsverfahren und die ausgewiesene Hefezeit. Die Angabe der traditionellen Flaschengärung ist für unseren Einkauf die absolute Grundvoraussetzung. Die gesetzlichen neun Monate Hefezeit sind das Minimum, längere Reifezeiten bringen feinere Kohlensäure. Wir achten auf eine niedrige Dosage, da viel Zucker oft schwache Grundweine maskiert. Man muss die Flaschen genau lesen, um Verwechslungen beim Kauf zu vermeiden. Der Parigot & Richard „Manifeste“ Rouge Brut ist ein roter Schaumwein aus dem Burgund. Er trägt die Bezeichnung Bourgogne Mousseux Rouge, da es die AOC Crémant de Bourgogne nur für weiße und roséfarbene Weine gibt.

Unser Sortiment

Als Direktimporteur liefern wir in der Regel ab Lager. Sehen Sie sich unsere Auswahl in der Kategorie Flaschengärung / Crémant an.

Häufige Fragen zu Crémant

Ist Crémant Sekt oder Champagner?

Crémant ist in der EU die Bezeichnung für Schaumwein mit kontrollierter Herkunft, der außerhalb der Champagne nach klassischer Flaschengärung (méthode traditionnelle) hergestellt wird. Champagner stammt ausschließlich aus der Champagne. Sekt ist die deutsche/österreichische Bezeichnung für Qualitätsschaumwein.

Was bedeutet Flaschengärung bei Crémant?

Crémant wird nach klassischer Flaschengärung (méthode traditionnelle) hergestellt.

Gibt es roten Crémant?

Beim Crémant de Bourgogne gibt es nur weißen und roséfarbenen Crémant. Rote schäumende Weine aus dem Burgund tragen stattdessen die Bezeichnung Bourgogne Mousseux Rouge.

Woran erkenne ich guten Crémant am Etikett?

Achten Sie auf die Begriffe „traditionelle Flaschengärung“ oder „méthode traditionnelle“. Die Angabe der Reifezeit auf der Hefe ist ein Qualitätsmerkmal.

Warum steht Crémant nicht auf Champagner?

Vor 1975 nutzten die Winzer in der Champagne den Begriff für Weine mit geringerem Flaschendruck und sanfterer Perlage. Die Champagne gab die Bezeichnung am 4. Juli 1975 auf. Seit 1994 ist „méthode champenoise“ der Champagne vorbehalten; erlaubt sind „méthode traditionnelle“ bzw. „traditionelle Flaschengärung“.

Wie viel Crémant de Bourgogne wird produziert?

Die Produktionsmenge lag im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021 bei rund 166.335 Hektolitern pro Jahr. Das entspricht etwa 22 Millionen Flaschen à 0,75 l.